Chronik unserer Schule

 

 

Das heutige Einzugsgebiet der Schule war Anfang des 20. Jahrhunderts ein landwirtschaftliches Dorf. Zu dieser Zeit existierte die Grundschule Vellwigstraße noch nicht. Die Kinder der Bauern, Bergleute und Beamten gingen zur katholischen Peter-und-Paul-Schule sowie zur evangelischen Falkschule. Mit dem Bau der Zechen Teutoburgia, Friedrich der Große und der errichteten Arbeiterkolonie Teutoburgia zogen mehr Familien nach Börnig, so dass bald die Kapazitäten der beiden Schulen ausgeschöpft waren.

1912 gab es Pläne, die Peter-und-Paul-Schule um vier, die Falkschule um drei Klassen zu erweitern, wozu 70.000 Mark zur Verfügung standen. Man dachte, dass der Neubau einer Schule nicht lohnenswert wäre, da dies einerseits zu teuer schien, die Landwirte zu hohe Grundstückspreise verlangten, die Zeche Teutoburgia keinen Teil ihres Grundstücks abgeben wollte und weil die weitere Entwicklung der Verhältnisse in der Kolonie der Zeche, d.h. wie viele neue Familien noch zuziehen würden etc., ungewiss war. Die Zeche war erst zum kleinen Teil fertig gestellt, daher stellte sich nach Meinung der Stadtverwaltung nicht die Frage nach einer neuen Schule. Stattdessen wären die nächsten drei bis fünf Jahre durch den Anbau gesichert. Diese Entscheidung führte am 14.12.1912 zu Protesten der Beamten und Arbeiter der Kolonie. Begründet wurde der Protest durch die gesundheitsschädliche Rauchbelästigung durch die Kokerei der Zeche Mont-Cenis im benachbarten Stadtteil Herne-Sodingen. Anstelle des Anbaus forderten sie einen Neubau in der Nähe der Zeche Teutoburgia. Daraufhin kam es zu Untersuchungen des Kreisarztes, der am 11.02.1913 in einem Gutachten feststellte, dass ein Ausbau der Peter-und-Paul-Schule auf Grund der Rauchbelästigung nicht durchführbar wäre, eine Schließung der Schule jedoch nicht notwendig sei. Der Ausbau der Falkschule hingegen wurde zunächst im März beschlossen, jedoch äußerte auch hier der Kreisarzt Bedenken, weshalb im Juni alle Schulvorstandsmitglieder an einer Besichtigung geeigneter Grundstücke für einen vollständigen Schulneubau teilnahmen.

 

"Infolge der Entstehung der Kolonie Teutoburgia und der rapiden Zunahme der Einwohnerzahl der Gemeinde Börnig wurde der Neubau einer Schule oder der Anbau an einer der beiden schon vorhandenen Schulbauten nötig. Der Schulvorstand entschloß sich für einen Neubau. Der Bau wurde am 27. Oktober 1913 begonnen und soll vorläufig 6 Klassenzimmer enthalten. Die Erdarbeiten wurden dem Bauunternehmer Hase in Gerthe, die Maurer- und Zimmererarbeiten dem Bauunternehmer Philipp Rehkopp in Sodingen übertragen, die übrigen Arbeiten erhielten wieder mehrere andere Handwerker. Am 31. Jan. 1914 war der Dachstuhl fertig aufgestellt und am 21. April waren die Arbeiten beendigt. Da jedoch noch keine Bänke vorhanden waren, so konnten die Schulzimmer erst am 18. Mai eingeweiht und bezogen werden."

 

Am 25.06. 1913 beschloss man die Pläne für einen Ausbau der Falkschule fallen zu lassen und entschied sich stattdessen für den Neubau einer Schule auf einem Grundstück zwischen den Zechen Teutoburgia und Friedrich der Große. Mit Rücksicht auf den weiteren Ausbau der Arbeiterkolonie sollte die Schule zunächst sechs Klassen und in einer zweiten und dritten Bauphase auf 12 bzw. 18 Klassen erweitert werden.

Das Grundstück wurde einem Landwirt für 4000 Mark pro Morgan abgekauft, sowie ein zusätzlicher Teil des angrenzenden Gartens eines Bergmanns für 60 Mark pro Quadratmeter Rute. Der Gesamtpreis für den Neubau betrug 200.000 Mark der durch zinsbar-angelegte Kolonieleistungen der Zeche Teutoburgia finanziert wurde. Am 03.06.1914 erhielt die Schule den Namen Bonifatiusschule, was erneut zu zahlreichen Protesten führte, da die Schule von katholischen und evangelischen Kindern besucht wurde, der Name jedoch eher auf eine katholische Schule schließen ließ. Begründet wurde der Name damit, dass er lediglich für den christlichen Glauben stünde, jedoch nicht den "konfessionellen Frieden" stören wolle. Bonifatius sei schließlich der erste Glaubensbote für ganz Deutschland gewesen. Zunächst verbot 1914 die königliche Regierung in Arnsberg den Namen, ließ ihn aber 1917 doch zu.

Im späteren Verlauf benannte man die Schule um in Luther-und-Bonifatius-Schule. Die Straße, an der die Schule liegt, hieß bis 1928 Wilhelmstraße. Möglicherweise durch Zusammenlegung von Stadtteilen o. ä. wurde die Straße umbenannt in ,Vellwigstraße', weshalb auch die Schule heute ,Grundschule Vellwigstraße' heißt. Der Name ,Vellwig' stammt von der ,Unterbauernschaft Vellwig', die zur Bauernschaft Börnig gehörte.

 

 

Lt. Chronik S. 116

 01.08.1968

Mit Beginn des neuen Schuljahres erfolgt die Trennung der Herner Volksschulen in Grund- und Hauptschulen. In diesem Gebäude sind trotz empfindlicher Raumnot je eine Grund- und eine Hauptschule unterzubringen. Der Leiter der bisherigen katholischen Volksschule, Herr Kaufhold, wird mit der Leitung der Grundschule betraut. Sie erhält den amtlichen Namen „Städtische Gemeinschaftsgrundschule XV an der Vellwigstraße“.

 

 

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